ZWISCHEN ALLEN STÜHLEN

11.2.2021

10:00 – 11:00

Foto- und Filmwettbewerb Victor Klemperer

Was bedeutet Victor Klemperers Vermächtnis heute für uns? Anlässlich seines 140. Geburtsjahres gedenkt die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) dem Dresdner Literaturwissenschaftler, Romanisten und Politiker Victor Klemperer in besonderer Weise. Gemeinsam mit der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft (SäBiG) lädt sie ab dem 11. Februar 2021, dem 61. Todestag Victor Klemperers, herzlich zum „Zwischen allen Stühlen – Foto- und Filmwettbewerb Victor Klemperer“ ein. Detaillierte Informationen und Teilnahmebedingungen finden Sie unter:https://slubdd.de/fotowettbewerbklemperer

Das Wichtigste im Überblick

- Mitmachen kann jede:r, die/der das 18. Lebensjahr vollendet hat (unter 18: schriftliche Einwilligungserklärung der gesetzlichen Vertreter notwendig).

- Pro Person sind maximal 4 Einsendungen erlaubt. Jede Einsendung muss einer Kategorie (es kann auch mehrfach die gleiche Kategorie sein) zugeordnet werden.

- Einsendeschluss ist der 19. September 2021, 23:59 Uhr.

- Bitte senden Sie Ihre Fotografien per E-Mail (gern auch via Uploadservice) an oeffentlichkeitsarbeit@slub-dresden.de

- Die Teilnahme ist kostenlos.

- Der/die Sieger:in jeder Wettbewerbskategorie kann sich über ein Preisgeld freuen, welches von der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft (SäBiG) gestiftet wird.

Der Wettbewerb teilt sich in vier Kategorien, die nach Überschriften von einigen Klemperer-Tagebüchern benannt sind und den thematischen Rahmen vorgeben:

  1. Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum
  2. Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten
  3. So sitze ich denn zwischen allen Stühlen
  4. Man möchte immer weinen und lachen in einem

Ob Fototagebuch, Straßenszenen, private oder politische Ereignisse, Lustiges oder Trauriges, Orte oder Begegnungen – Ihren Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Beschreiben Sie zudem kurz (maximal eine DIN A4-Seite), wie sich Klemperers Geschichte, seine Erfahrungen oder Gedanken in Ihrem Foto oder Film wiederfinden.

Die „LTI“ – die „Lingua Tertii Imperii“, also die Sprache des Dritten Reichs – und seine Tagebuchaufzeichnungen von der Kaiserzeit bis in die DDR machten Victor Klemperer über die Fachgrenzen hinaus einer breiten Öffentlichkeit bekannt und gelten als eine wichtige Chronik Deutschlands im 20. Jahrhundert. Am 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) als jüngstes von acht Kindern geboren, studierte er, mit einigen Umwegen, Philosophie, Romanistik und Germanistik in München, Genf, Paris und Berlin. Nach seiner Teilnahme als Soldat am Ersten Weltkrieg wurde er 1920 als Professor für Romanistik an die Technische Hochschule Dresden berufen. Mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten und den folgenden Gesetzen wurde Klemperers Leben und seine Arbeit zunehmend eingeschränkt, bis er 1935 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und ihm jegliche wissenschaftliche Tätigkeit untersagt wurde. Wie durch ein Wunder überlebten er und seine Frau Eva die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 und die folgenden, letzten Monate des Kriegs und der NS-Herrschaft. Nach Kriegsende entschieden sie sich, in der Sowjetischen Besatzungszone zu bleiben und sich beim Aufbau der DDR zu engagieren. Victor Klemperer kehrte als Professor an die TH Dresden zurück und war daneben als Dozent an den Universitäten in Greifswald, Halle und Berlin tätig. Nach seinem Tod am 11. Februar 1960 übergab seine zweite Frau Hadwig im Jahr 1977 Klemperers Nachlass an die Sächsische Landesbibliothek, die Vorgängerin der SLUB.

Klemperers Leben und Wirken haben auch für die Gegenwart eine große Bedeutung: In Zeiten, in denen Ausgrenzung, Rassismus und eine Verrohung der Sprache zunehmen, sind Klemperers schriftliche Hinterlassenschaft eine Mahnung und Aufforderung, für Toleranz und Mitmenschlichkeit einzustehen. Aber auch seine alltäglichen Beobachtungen geben Anlass, sich mit dem eigenen Alltag auseinanderzusetzen, ihn zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb möchte die SLUB dazu anregen, sich in kreativer fotografischer oder filmischer Weise damit zu beschäftigen, was Klemperer und sein Werk heute bedeuten.